Morante Primitivo

Morante La Pruina Primitivo 2016 aus Apulien

in Weine

Bewertung

Geruch
9.0/10
Geschmack
9.5/10
Preis-Leistung
9.0/10
Gesamtbewertung
9.2/10

Einen guten und nicht allzu teuren Primitivo zu finden ist nicht einfach. Wir wagen jedoch mal zu behaupten, dass es uns mit dem Morante Primitivo ziemlich gelungen ist und er das Potenzial hat der Primitivo in jedem Weinregal zu werden, den man bei jeder Gelegenheit gerne auf den Tisch holen kann. Wir haben den Primitivo zu einem Preis von 13,90 € gekauft – UVP ist lt. Internet allerdings 18,90 €. Doch nun zu den Details dieses angenehmen Juwels aus Apulien.

Ein bisschen Toast mit eingekochten Kirschen

Im Glas ist der Primitivo des Weinguts La Pruina schön dunkel lila und hat eine mittlere Viskosität. Führt man das Glas zur Nase kann man sofort schöne Kirschnoten erkennen, die an eingemachtes Kompott erinnern. Riecht man etwas weiter stößt man plötzlich auf etwas, das einem irgendwie bekannt vorkommt – aber nur woher? Woher kennt man diesen Mix aus fast schon rauchigen Aromen mit süßlichen Noten? Ach ja, es riecht nach einem Toastbrot, das gerade frisch aus dem Toaster kommt. Darüber hinaus kann man noch schöne Nuancen von Zartbitterschokolade, Vanille und Lakritz erkennen.

Nach dem ersten Schluck kann man sofort sagen, dass der Morante Primitivo ein Wein ist, der hält was man sich von ihm verspricht. Wie ein warmer, samtiger Kuss umspielt er den Gaumen, der zusammen mit dem vollmundigen Wein ein sehr schönes Mundgefühl erzeugt. Die Tannine sind definitiv vorhanden, aber gerade so dass sie nicht stören. Der Alkoholgehalt ist mit 14,5 Vol. % eigentlich sehr hoch, jedoch stört er den Primitivo damit keinesfalls. Die Säure ist bei diesem Primitivo sehr schön eingebunden und ist nicht zu dominant.

Kommen wir aber nun nochmal zum Eingekochten: man kann sich den Geschmack des Primitivos von La Pruina ungefähr so vorstellen, als hätte man reife Brombeeren und Pflaumen mit einer Bitterorangenzeste in den Topf gegeben und lange gekocht und eine kleine Vanilleschote dazugelegt. Nebenbei hat man das Toastbrot geröstet und hat nun die Kombination aus beidem auf dem Gaumen.

Fazit

Wie schon angesprochen, schafft es der Primitivo Morante das Gefühl von Geborgenheit zu erzeugen. Ein weiches, warmes Mundgefühl mit kräftigen Aromen und spannenden Facetten. Besonders der toastige Geschmack verleiht diesem Wein seinen besonderen Charakter. Der Wein wirkt gut ausbalanciert, nicht allzu komplex aber dennoch spannend und hat eine schöne Länge, sodass man noch länger etwas von seinem Geschmack im Mund hat. Wir können diesen Primitivo wärmstens empfehlen – vor allem jetzt da der Herbst und Winter kommt!