Weinmesse Berlin 2018

Besuch auf der Weinmesse Berlin 2018

in Veranstaltungen

Dieses Wochenende war es wieder soweit – die Weinmesse in Berlin hat ihre Türen für Fachbesucher und Genussfreunde geöffnet. Auch wir waren wie immer mit dabei und haben uns zwei Tage lang umgesehen, durchprobiert und einige spannende neue Weingüter entdeckt.

In den letzten Jahren hat die Weinmesse Berlin immer Ende Februar in der Station am Gleisdreieck stattgefunden. Wir waren schon etwas verwundert, dass wir dieses Jahr im Februar keine News zur Weinmesse gefunden hatten, bis wir rausfanden, dass die Weinmesse dieses Jahr erst im Mai stattfindet.

Die Verlegung hatte wohl mehrere Gründe. Als Hauptgrund zählte wohl, dass die Winzer nun ihre neuen Jahrgänge bereits präsentieren können, denn diese werden normalerweise im März abgefüllt. Doch nicht nur der Zeitpunk, sondern auch die Location der Weinmesse hat sich dieses Jahr geändert. Bisher kannten wir die Weinmesse nur von der Station am Gleisdreieck, was alles in allem sehr authentisch und passend war. Dieses Jahr mussten wir bis zum Messegelände fahren.

Wir können vorab schonmal sagen, dass die Location etwas an Charme verliert gegenüber der Station, jedoch deutlich mehr Platz für alle Besucher bietet und man sich nicht mehr zwischen den Weinständen durchdrängen muss.

Tag eins und zwei auf der Messe

Unser Ziel dieses Jahr war es nicht nur neue Weingüter und Winzer zu finden, sondern auch ein Video über unseren Besuch auf der Messe für unseren neuen YouTube Kanal zu produzieren.

Um schon mal einen Überblick über die Weingüter und die Location zu verschaffen, sind wir am Freitag Abend bereits für zwei Stunden auf die Messe gefahren. Natürlich gab es das ein oder andere Probier-Schlückchen Wein dazu, da man gar nicht alles an einem Tag abklappern kann, was man gerne probieren würde. Am ersten Abend haben wir zunächst den Stand von Tobias Rickes besucht, den wir vor ein oder zwei Jahren entdeckt hatten und von dem wir bereits den Sauvignon Blanc 2015 hier auf dem Blog vorgestellt haben. Danach haben wir noch ein paar deutsche Weißweine probiert, bevor wir den Abschluss an einem Stand mit kalifornischen Rotweinen gemacht haben.

Am Samstag, den zweiten Tag, sind wir gegen 16.30 Uhr auf die Messe. Obwohl wir bereits am Freitag eine Runde gedreht hatten, haben wir uns erst mal einen Überblick über die 300 Aussteller verschafft. Natürlich fällt es sehr schwer anhand einer Liste sich Weingüter auszusuchen, die man probieren möchte. Wir machen es meistens so, dass wir uns Weingüter aussuchen, bei denen uns der Stand anspricht, die Etiketten der Flasche besonders aussehen, der Winzer sympathisch aussieht oder von denen wir wissen bzw. gehört haben, dass sie gut sein sollen. Manchmal überzeugt uns auch eine gewisse Region oder einfach das Bauchgefühl.

Wer auf eine Weinmesse gehen möchte, sollte sich bewusst sein, dass man nur einen Bruchteil der Weingüter besichtigen kann. Wir haben an zwei Tagen lediglich um die 20 geschafft. Ein paar dieser Weingüter möchte ich hier noch kurz erwähnen. Die komplette Liste der Weingüter, die wir besucht haben, findet ihr hier zum Download.

Spotted

Weingut Karp-Schreiber (Mosel): witzige Etiketten mit Karpfen. Der Winzer war selbst vor Ort und hat uns erklärt, dass das Weingut auf eine lange Familientradition aus dem 17. Jahrhundert zurück geht und er es in der 13. Generation führt. Auf dem Weingut arbeitet er fast alleine, er hat eine Person, die ihm hilft und zur Weinlese Zeit 6 weitere Helfer. Da seine Weine an Steillagen angebaut werden, ist das meiste Handarbeit. Die Weißweine waren gut und preislich relativ günstig für die viele Handarbeit, die dahinter steckt!

Von 3 Weingut (Franken): Das „Startup“ unter den Weingütern. Hier haben sich drei Männer, zwei davon studierte Weinbauern, selbständig gemacht und vor ca. fünf Jahren ihr eigenes Weingut eröffnet. Nebenbei arbeiten sie noch Teilzeit in anderen Berufen, um sich ihr Weingut leisten zu können. Uns hat der Riesling sowie der „Baron“ sehr gut gefallen.

Weingut Leiling (Pfalz): Hier sind wir gleich zwei Mal vorbei gekommen. Für uns der spannendste Stand und die besten Weißweine auf der Messe – die Prima Ballerina 2.Oak und Fräulein Hildegard. Die Etiketten der Weine werden zudem vom Winzer selbst gestaltet, der seinen ganz individuellen Kunst-Stil hat. Sehr sympathisch und interessant die Stories dahinter kennenzulernen.

Weingut Loersch (Mosel): Unsere Entdeckung aus dem letzten Jahr. Wie immer haben wir hier sehr schöne feinherbe Rieslinge gefunden und tolle Süßweine. Auch die trockenen Rieslinge überzeugen in der Qualität vom letzten Jahr. Definitiv zu empfehlen für jeden Geschmack!

Weingut Limbeck (Burgenland): Der Österreicher unter den Weingütern. Hier haben wir einen tollen Weißwein Cuvee getrunken, der kurz im Holzfass war. Der Winzer selbst hat uns erzählt, dass er am liebsten Rotwein trinkt und bei den Weißweinen Chardonnay bevorzugt. Sympathisch und nah an der Person hinter dem Wein.

Weingut Puder (Pfalz): Zum Abschluss etwas spritziges. Wer für den Sommer einen leichten Secco sucht ist beim Babbel Powder genau richtig. Gut gekühlt ein erfrischender Genuss!

Fazit

Die Weinmesse hatte dieses Jahr wieder für uns einige neue Winzer und Weine zu bieten. Wir haben spannende Weinbauern kennengelernt und ein paar tolle Weißweine getrunken. Bei den Rotweinen waren zwar gute dabei, jedoch hatten wir nicht unseren Hauptfokus darauf.

Von der Weinmesse nehmen wir nicht nur ein paar Weine für unseren Weinkeller mit, sondern auch Inspiration und Ideen für weiteren Content auf unserem Blog bzw. unserem neuen YouTube Kanal.

Kleiner Tipp zum Schluss: auf Weinmessen immer wieder die Gläser zwischendurch austauschen, damit man die einzelnen Weine noch schmeckt. Besonders bei Weinen aus dem Holzfass bleibt der typische Holz-Geschmack im Glas und kann den Geschmack weiterer Weine beeinflussen. Gleiches gilt für süße Weine – immer am besten das Glas mit Wasser ausspülen und einen kräftigen Schluck davon selbst nehmen!