Spätlese Wein – was ist das eigentlich genau?

November 13, 2016 LucasBast

Spätlese Wein – was ist das eigentlich genau?

Die Spätlese ist ein besonderes Prädikat für Wein und hauptsächlich bekannt durch ihre leichte Restsüße. Doch was steckt wirklich hinter dieser Auszeichnung und wie wird dieser besondere Wein überhaupt hergestellt?

Die Geschichte des Spätlese Reiters

Die Bezeichnung Spätlese entstand Ende des 18. Jahrhunderts durch einen Zufall im bekannten, deutschen Weinanbaugebiet Rheingau. Da das damalige Schlossgut Johannisberg in Fremdbesitz war, brauchte es für die Ernte eine Erlaubnis, welche jedes Jahr durch einen berittenen Boten erteilt wurde. In einem Jahr verspätete sich der Bote allerdings, sodass die Weintrauben schon als verloren geglaut wurden, da diese mittlerweile von der Grauschimmelfäule befallen waren. Schlussendlich wurden die Trauben doch noch geerntet und zu Wein weiter verarbeitet, der sich im folgenden Jahr als besonders hochwertig herausstellte. Der Bote wurde somit bekannt als der Spätlese-Reiter, welcher noch heute als Denkmal im Schloss Johannisberg steht. Es wurde ihm mittlerweile sogar ein eigener Comic gewidmet: Karl – der Spätlesereiter

spaetlese-reiter-karl

Die Herstellung von Spätlese Wein

Den besonderen Geschmack hat ein Spätlese Wein also der Entdeckung des besonderen Nutzen der Grauschimmelfäule zu verdanken, welche nämlich auf Trauben auch die sogenannte Edelfäule (Botrytis cinerea) auslöst. Diese Edelfäule erzeugt kleinste Löcher in der Schale der Trauben, durch welche bei warmen Temperaturen Flüssigkeit austritt und die Trauben somit schrumplig werden. Gleichzeitig erhöht sich allerdings die Konzentration in der Traube und es entsteht ein erhöhter Zuckergehalt. Dieser hohe Zuckergehalt ist indirekt durch das Mostgewicht auch ein Kriterium, ab wann sich ein Wein Spätlese nennen darf. Zusätzlich dazu gibt es bestimmte Termine im Jahr, ab wann die Trauben erst gelesen werden dürfen. Die endgültigen Bedingungen für die Bezeichnung „Spätlese“ sind allerdings von Weinanbaugebiet zu Weinanbaugebiet etwas anders. Die meisten Spätlese-Weine sind dementsprechend auch restsüße Weine, es gibt allerdings auch trockenere Varianten, welche allerdings auch meistens mit dem Zusatz „trocken“ auf dem Etikett gekennzeichnet werden.

Unsere Empfehlungen

Auch wir trinken natürlich gerne einen Wein dieser besonderen Art. Aktuell haben wir eine Spätlese des Weinguts Allendorf aus dem Rheingau bei uns liegen. Die Verkostungsnotizen dazu gibt es natürlich auch, sobald wir die Flasche geköpft haben:

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Bildquellen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/65/KARL_Bd1.jpg/170px-KARL_Bd1.jpg

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